Es war einmal 1995

Ich hatte heuten einen kurzen Flashback, als ich mit meinem Netbook bei strahlenden Sonnenschein auf der Terrasse saß (natürlich mit Wlan) und durchs Internet surfte, Nachrichten über die Fußball-WM, Facebook, VZ, Twitter, Ipad, E-Books, Amazon usw..

Da sah ich mich plötzlich 1995, mein erstes Eintauchen ins WorldWideWeb. Wer kann sich nicht an dieses Geräusch erinnern?

Modem-Sound

Ich hatte einen Pentium 75 und das neue revolutionäre Windows 95, mein Browser war der IE 1.0 und da AOL der erste Pilgrim für einen Internetzugang in Deutschland war, die Einwahl-CD 20 Stunden kostenloses Surfen versprach war ich von nun an Online. Nun konnte ich verstehen wieso meinen Vorfahren 70 Jahre zuvor gebannt die erste Radiosendung verfolgten. War ich doch bis dato immer auf das Programm von Radio oder Fernsehen angewiesen oder musste mir ein Buch zur Wissenserweiterung holen, nun konnte ich  in Zeitlupentempo auf Bilder und Informationen aus der ganzen Welt zugreifen.

Zum Glück dauerte es nicht lange und aus den 28k wurden 56, ich kam mir vor wie in Startrek The Next Generation. Natürlich versuchte man auch die ISDN-Leitung zu bündeln um Warp-Geschwindigkeit zu erreichen, leider reichten dafür nicht immer die Ressourcen in meinem Geldbeutel aus.

1999 war es dann soweit und der magentafarbene Konzern versprach bis 768 Mbits. Also hieß es weg mit dem alten Modem, Fermeldekabel in den Karton und NTBA, DSL-Router und LAN-Kabel ( das passt ja gar nicht unter der Tür durch?) anschließen. Die musikalische Begleitung beim einwählen fehlte nicht wirklich aber der Blick zwischen Bildschirm und Stoppuhr um die Onlinekosten im Auge zu behalten ging von da an ins Leere, dank sei der Flatrate. Von diesem Zeitpunkt an war es richtiger Luxus im Internet zu surfen aber etwas fehlte. Das Milieu um die Graue Kiste stimmte einfach nicht und ich hielt Ausschau nach einem erschwinglichen Notebook um mit meinen 25m langen Lan-Kabel meinen Radius in meinem Domizil zu erweitern.

Toshiba Satellit 1670

Von nun an wanderte ich angebunden an einem grauen Kabel durch die Wohnung und konnte von überall in die Paralellwelt Internet  abtauchen. Ok ganz so einfach war es doch nicht, ständig musste man aufpassen ob das Kabel knickte und die Türen waren zumindest immer einen Spalt offen.

Die Entwicklung schritt weiter voran und plötzlich hieß es nicht nur konsumieren, sondern mitmachen und der Name dafür: Web 2.0. Gab es etwas anderes? Nun bin ich immer noch mittendrin, mit neuer Technik und mehr Internetkomfort als je zuvor. Sicherlich werden noch mehr Wünsche kommen. Inzwischen gibt es einen Computer, einen Laptop und ein Netbook in unserem Haus, ach fast hätte ich den Server vergessen, alle sind funktionstüchtig und ich wechsle je nach Arbeit oder Lust und Laune zwischen allen hin und her und denke oft gar nicht mehr darüber nach ( hab ich die richtigen Sicherheitseinstellungen bei Facebook?) wie beschwerlich es früher mit dem Internet war. Nur manchmal wenn ich mit dem UMTS-Surfstick Online gehe und die 3.6Mbps weit unterschritten werden ärgere ich mich über das viel zu lahme Internet.

“ Endlich hat man Zeit für die wichtigen Dinge “

Update: Die Sonne scheint immer noch, das Internet läuft zuverlässig und hält mit meinen Gedankenimpulsen mit. Nur das Netbook wird etwas zu warm es ist ja schließlich Sommer.

Medion Akoya E1210

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